Stören von GSM-Verbindungen und Funkalarmanlagen mittels „Jammer“

Stören von GSM-Verbindungen und Funkalarmanlagen mittels „Jammer“

 
Immer wieder hört man von Störsendern, sogenannten „Jammern“, die Funkalarmanlagen oder GSM-Verbindungen (die zur Alarmübermittlung zur hilfeleistenden Stelle) notwendig sind stören.

Was ist dran an der Sache? Ist es möglich? Wieviel technisches Knowhow ist da nötig?

Also gleich mal am Anfang: Das Stören von Funknetzen ist strafbar:

 Vertrieb, Besitz und Verwendung elektrischer Einrichtungen, die Funkkommunikation verhindern (Störsender – Jammer), sind verboten. Da die Schutzziele des Bundesgesetzes über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG), BGBl. II 134/2001 i.d.g.F., oder auch der Elektromagnetischen Verträglichkeitsverordnung 2006, BGBl. II 529/2006 i.d.g.F., von solchen Einrichtungen nicht eingehalten werden können, ist es untersagt, Störsender in Österreich in Verkehr zu bringen, also zu verkaufen. Daraus folgt auch, dass die Verwendung der Geräte verboten ist.

Neben der Verhängung von Verwaltungsstrafen bis zur Höhe von 36.336 Euro kann die Fernmeldebehörde die Geräte auch beschlagnahmen.

 Rechtsgrundlagen

Elektrische Einrichtungen, deren Zweck es ist, mittels Funkwellen Funkkommunikation zu verhindern, sind nach § 2 Ziffer 3 FTEG und § 3 Ziffer 6 Telekommunikationsgesetz 2003 (TKG), BGBl. II 70/2003 i.d.g.F., Funkanlagen, welche nur mit einer Bewilligung betrieben werden dürfen. Nach § 74 TKG kann die Bewilligung zur Errichtung und zum Betrieb einer solchen Einrichtung ausschließlich Sicherheitsbehörden erteilt werden.

 Das musste auch ein Schuldirektor erkennen ;-)

 Störsender an Schule: Direktor angezeigt

 Wie funktioniert es technisch?

Eigentlich sehr einfach: Der Jammer sendet ein HF-Signal im Empfangsbereich des Handys aus. Da der Jammer näher als der nächste Sendemast ist, braucht er nicht einmal viel Leistung um das Handy zu stören.

Ist der Jammer schwer zu beschaffen?

Nein, hier zwei Beispiele
Beispiel 1
Beispiel 2

Was bedeutet dies für Funkalarmanlagen?

Die interne Kommunikation der Anlage mit den Komponenten erfolgt auf 434 MHz oder 868 MHz (nicht zu verwechseln mit dem 802.11 WIFI 2,4 GHz). Dies wäre auch nicht sinnvoll, WIFI ist dafür konzepiert großes Datenvolumen zu transportieren, aber nicht gut dafür geeignet solide Materialien (Wände) zu durchdringen.

Viele Funkanlagen funktionieren in der Kommunikation bidirektional, die Zentrale bekommt also mit, wenn keine Kommunikation zu den einzelnen Meldern mehr besteht und kann auf Störung / Sabotage gehen und dies auch an das Alarmcenter (Notrufzentrale) übermitteln. GSM/GPRS sollte dann natürlich nur der Zweitweg zur Kommunikation sein, dies bedeutet die Zentrale muss für die Kommunikation kabelgebunden sein (zB. TCP/IP über Kabel / ADSL Telefonleitung).

Fazit:

Funkkommunikation ist leicht zu stören. Wenn eine Funkalarmanlage, dann bidirektional und kabelgebundener Alarmierungsweg zur Leistelle, GSM/GPRS nur als Zweitweg. Die supersichere Seite ist natürlich die verkabelte Alarmanlage.

Hier noch interessante Links für technisch Interessierte zum Open BTS Projekt

Wikipedia
OpenBTSProject.pdf
Youtube.com