Artikel mit dem Stichwort ‘GSM’

Einstellung CSD Dienst von Telekom A1 01.01.2018 – was ist dran?

Schon im Sommer dieses Jahres haben Telekom A1 Kunden, die in ihren Alarmanlagen GSM-Karten haben, die den CSD-Dienst für die Kommunikation mit der Leitstelle verwenden, Informationsbriefe von A1 erhalten. In denen war die Rede von der Einstellung des CSD-Dienstes mit Ende 2017. Später war die Rede davon, dass nur das Service zum Dienst eingestellt wird… Ebenso war auch die Rede vom Jahr 2019… was ist an dem allen dran?

Textauszug, Information Telekom A1 zu CSD

Circuit Switched Data ist ein leitungsvermittelter Datendienst beim Mobilfunk. Er ist vergleichbar mit einem normalen üblichen Telefongespräch. In der Praxis läuft er nur mit 9,6 kbit/s da der Rest für Fehlerkorrektur bei der Übertragung verwendet wird. Das ist bei den geringen Datenmengen, die Alarmsysteme übertragen natürlich egal, deshalb wurde diese Technologie recht gerne bei Wählgeräten von Alarmanlagen eingesetzt.

Da sich die Technologie (beim Provider, z.B. Telekom A1) zu breitbandigem paketvermittelten Datendiensten hin bewegt wird dieser „schwache“ Übertragungsweg eingestellt. Jetzt hat Telekom A1 zurückgerudert, offenbar wird mit Ende 2019 alles eingestellt, mit Ende 2017 „nur“ das Service zum Dienst.

Salopp gesprochen würde das heißen: Wenn’s geht, dann fein, wenn nicht hat man weder ein Recht darauf noch ein Recht auf Service/Problembehebung. Irgendwann wurde zwar von „Live Extension Paketen“ für CSD gesprochen, man findet das Produkt aber nicht und auch die Preislage ist unklar.

Wie reagieren wir als Leitstelle darauf? Leider wissen wir nicht, wer unserer Kunden über GSM/CSD aufgeschalten ist, also den CSD-Dienst mit einer A1 Karte nutzt. Wir können auch der Telekom keine Kundenliste aller analogen Aufschaltungen übermitteln, ebenso würden wir keine Antwort erhalten (Datenschutz). Der Kunde selbst, kann bei Telekom A1 nachfragen, ob er CSD Dienste verwendet. Auf der A1-Rechnung steht es mittlerweile nicht mehr drauf.

Was ist ab 1.1.2018 zu erwarten? Wohl kein „big bag“ und „nichts geht mehr“ sondern ein „Abbröckeln“ der Funktionsfähigkeit bis 2019, da die Telekom Schritt für Schritt einstellt (bzw. sogar einstellen muß da für die 28 Jahre alte Technologie auch keine Ersatzteile mehr produziert werden / beschaffbar sind und man bei ersatzteilen von „Lagerbeständen“ leben muss.

Was ist zu tun: Das Gleiche wie bei der NGN-Problematik. Weg von GSM und hin zu TCP/IP Protokollen über GPRS. Das ist nicht überraschend, das wissen wir seit 2013, dass man nur mehr den TCP/IP-Weg als Übertragung zur Leitstelle nutzen sollte.

 

 

TCP/IP in der Alarmübertragung

In diesem Blog möchte ich auf die Übertragung von Alarmmeldungen über das Internet (TCP/IP-Protokoll) eingehen.

Das Ursprungsdatum dieses Blogs war 30.August 2012, da es der meistgelesenste Blogbeitrag im Securitas Blog ist, halte ich ihn weiter aktuell (Besonders mit aktuellen Web-Links unten in BLOG).

Wie fand die Übertragung bisher statt?

Bisher waren die meisten Anlagen über die Telefonleitung (PSTN Analogleitung oder ISDN) mit der hilfeleistenden Stelle (z.B. Securitas Notrufzentrale) verbunden. Ebenso wurde der mobile GSM-Weg beschritten, wenn keine Telefonleitung zur Verfügung stand. Der moderne Weg geht über das Internet egal ob Internet über Kabel, ADSL-Telefonleitung oder mobil über GPRS.

Daher mein Tipp:

Wenn Sie überlegen eine neue Alarmanlage für Ihre Privatwohnung, Ihr Haus, Ihren Betrieb oder Ihre Filialen anzuschaffen sollten Sie unbedingt eine Anlage mit TCP/IP Verbindung zur Notrufzentrale wählen. Egal ob über Kabel (Kupfer, ADSL, Glasfaser) oder über kabellosen Weg (GPRS). Verschlüsselung nach AES durch das freie Internet, VPN-Tunnel oder MPLS, alles ist möglich.

Die Vorteile der TCP/IP Übertragung:

  • Sofortige Alarmierung innerhalb von Sekunden

Mehr

Fachhochschule im Securitas Alarmcenter

Wir freuen uns immer wenn wir die Möglichkeit haben Praxisvorträge und Führungen im Alarmcenter für Studierende der Fachhochschule durchzuführen. Natürlich lässt sich in kurzer Zeit nicht jedes Thema bis ins Detail beleuchten.

Da hilft der gut sortierte Securitas-BLOG. Hier habe ich (damit Ihr nicht lange rumsuchen müsst) mal interessante Themen für Euch zusammengefasst… Natürlich könnt Ihr auch rechts über „Suchen“ auf interessante Beiträge kommen. Viel Spass und postet mit, ich freu mich auch über Eure Kommentare… ;-)

Allgemeine Themen:
Warum-Alarmcenter-Wachdienst-und-Streife

Viedoüberwachung und Datenschutz:

Vidoaufschaltung-in-der-notrufzentrale
Datenschutzgesetz-und-meldepflicht-bei-videouberwachung

Über das Thema TCP/IP in der Alarmanlagen, das NGN-Problem und Artikel mit den wichtigsten TCP/IP Anlagen, die wir verwenden
Tcpip-in-der-alarmubertragung
Alarme-uber-tcpip-beim-privatkunden

Technik: OASIS/Jablotron Anlagen:
Gunstig-und-verlasslich-oasisjablotron-uber-tcpip

Technik: Bestehende PSTN-Anlagen auf IP bringen:
Besthende-anlagen-auf-ip-bringen-iris-system

Technik: IP Anlagen lt. VDS 2465-S2:
Tcpip-ubertragung-lt-vds-standard-2465-s2/

Problematik bei bestehender Internetinfrastruktur beim Kunden
Alarme-uber-bestehende-it-netze-schleusen/

Siemens SPC Anlage (Alarm + Video)
Siemens-spc-vds-zertifiziert/

Aufzüge:
Liftbox-die-kleine-mit-der-ngn-version/

Über den Hyperwaveserver, den wir nutzen:
Wir-gehen-neue-wege-fur-kunden-und-interne-prozesse/

Das ganz soll natürlich interaktiv sein, gerne beantworte ich Eure Kommentare im BLOG oder trefft micht auf XING und schaut Euch dort meine Experten-Gruppen an und postet mit… LG Manfred

P.S.: Was ich noch sagen wollte: Setzt auf frei Informationen, weg von Geheimniskrämerei und weg vom Silodenken :-D

Stören von GSM-Verbindungen und Funkalarmanlagen mittels „Jammer“

 
Immer wieder hört man von Störsendern, sogenannten „Jammern“, die Funkalarmanlagen oder GSM-Verbindungen (die zur Alarmübermittlung zur hilfeleistenden Stelle) notwendig sind stören.

Was ist dran an der Sache? Ist es möglich? Wieviel technisches Knowhow ist da nötig?

Also gleich mal am Anfang: Das Stören von Funknetzen ist strafbar:

 Vertrieb, Besitz und Verwendung elektrischer Einrichtungen, die Funkkommunikation verhindern (Störsender – Jammer), sind verboten. Da die Schutzziele des Bundesgesetzes über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG), BGBl. II 134/2001 i.d.g.F., oder auch der Elektromagnetischen Verträglichkeitsverordnung 2006, BGBl. II 529/2006 i.d.g.F., von solchen Einrichtungen nicht eingehalten werden können, ist es untersagt, Störsender in Österreich in Verkehr zu bringen, also zu verkaufen. Daraus folgt auch, dass die Verwendung der Geräte verboten ist.

Neben der Verhängung von Verwaltungsstrafen bis zur Höhe von 36.336 Euro kann die Fernmeldebehörde die Geräte auch beschlagnahmen.

 Rechtsgrundlagen

Elektrische Einrichtungen, deren Zweck es ist, mittels Funkwellen Funkkommunikation zu verhindern, sind nach § 2 Ziffer 3 FTEG und § 3 Ziffer 6 Telekommunikationsgesetz 2003 (TKG), BGBl. II 70/2003 i.d.g.F., Funkanlagen, welche nur mit einer Bewilligung betrieben werden dürfen. Nach § 74 TKG kann die Bewilligung zur Errichtung und zum Betrieb einer solchen Einrichtung ausschließlich Sicherheitsbehörden erteilt werden.

 Das musste auch ein Schuldirektor erkennen ;-)

 Störsender an Schule: Direktor angezeigt

 Wie funktioniert es technisch?

Eigentlich sehr einfach: Der Jammer sendet ein HF-Signal im Empfangsbereich des Handys aus. Da der Jammer näher als der nächste Sendemast ist, braucht er nicht einmal viel Leistung um das Handy zu stören.

Ist der Jammer schwer zu beschaffen?

Nein, hier zwei Beispiele
Beispiel 1
Beispiel 2

Was bedeutet dies für Funkalarmanlagen?

Die interne Kommunikation der Anlage mit den Komponenten erfolgt auf 434 MHz oder 868 MHz (nicht zu verwechseln mit dem 802.11 WIFI 2,4 GHz). Dies wäre auch nicht sinnvoll, WIFI ist dafür konzepiert großes Datenvolumen zu transportieren, aber nicht gut dafür geeignet solide Materialien (Wände) zu durchdringen.

Viele Funkanlagen funktionieren in der Kommunikation bidirektional, die Zentrale bekommt also mit, wenn keine Kommunikation zu den einzelnen Meldern mehr besteht und kann auf Störung / Sabotage gehen und dies auch an das Alarmcenter (Notrufzentrale) übermitteln. GSM/GPRS sollte dann natürlich nur der Zweitweg zur Kommunikation sein, dies bedeutet die Zentrale muss für die Kommunikation kabelgebunden sein (zB. TCP/IP über Kabel / ADSL Telefonleitung).

Fazit:

Funkkommunikation ist leicht zu stören. Wenn eine Funkalarmanlage, dann bidirektional und kabelgebundener Alarmierungsweg zur Leistelle, GSM/GPRS nur als Zweitweg. Die supersichere Seite ist natürlich die verkabelte Alarmanlage.

Hier noch interessante Links für technisch Interessierte zum Open BTS Projekt

Wikipedia
OpenBTSProject.pdf
Youtube.com