Videoüberwachung und Datenschutz in der Praxis

Videoüberwachung und Datenschutz in der Praxis

Die DSGVO und das österreichische Anpassungsgesetz gibt es nun schon seit 2017. Ebenso kam es auch schon zu Rechtsprechungen. In diesem Fall kam es zu 4.800 Euro Strafe für aber auch einen recht dreisten Fall. Öffentlicher Raum wurde abgefilmt und aufgezeichnet und dann nicht einmal diese Videoüberwachung gekennzeichnet.

Dennoch fragt man sich, wie kann man Videoüberwachung einsetzen, ohne gegen die DSGVO zu verstoßen?

Kurz ein paar Eckpunkte:

Nicht die Videoüberwachung ist das Problem, sondern die digitale Aufzeichnung (Speicherung) der Daten. Und sobald es ein öffentlicher oder halböffentlicher Bereich (z.B. Wohnhaus) ist, würde man die Zustimmung aller Beteiligten (Mieter) benötigen. Nicht nur, dass diese kaum von wirklich allen zu bekommen ist, jeder Beteiligter könnte jederzeit Widerrufen.

Ebenso stellt sich immer die Frage, ob die Videoüberwachung und Speicherung für 3 Tage wirklich das gelindere Mittel ist, das zum Einsatz kommt. Dass Verpixelung des Materials nicht hilft, wenn sich jemand gestört fühlt, wurde auch schon entschieden. Also genügend Raum für unterschiedliche Interpretationen.

Eine einfache Art der Überwachung, kein Parteienverkehr

Ein geschlossenens Objekt (oder ein abgesperrte Baustelle im Perimeterbereich) zu überwachen, in dem sich (außer etwaigen Einbrechnern) keinerlei Personen befinden können, ist natürlich (aus der Sicht des Datenschutzes) eine leichte Übung.

Hier reichen Aufkleber bezüglich Videoüberwachung und Löschen der Aufzeichnungen innerhalb von 3 Tagen.

Doch sogar hier könnte man durch Feiertage, die sich direkt vor oder nach dem Wochenende befinden, die 3 Tage überschreiten und Informationen verlieren.

Eine Möglichkeit, keine Aufzeichnung:

Dies würde Live-Videobeobachtung bedeuten. Damit dies einigermaßen kostengünstig von einer Leitstelle durchgeführt werden kann, wäre gute Videoanalyse notwendig, die das Kamerabild wirklich nur dann in der Leitstelle auf den Bildschirm bringt, wenn relevante Bewegung detektiert wird.

Und dann ist noch die Frage, wie viel nicht kriminelle Bewegung passiert vor der Kamera im normalen Betrieb? Dies bedeutet, das Videosystem löst berechtigterweise (menschliche Bewegung) aus, aber es handelt sich um einen harmlosen Mieter und nicht um den erwarteten Einbrecher.

Baustellenüberwachung…